Seit gut einem Jahrzehnt ist die „IJF Judo Gala“ ein fixer Bestandteil jeder Weltmeisterschaft. Auch hier in Baku fand diese am Dienstag Abend im feudalen „Zugulba Saray“ statt. Und dabei durfte die Prominenz nicht fehlen. Drei Judo-Legenden wurden zu Ehrnmitgliedern ernannt, darunter der Deutsche Klaus Glahn, dazu trommelten mit Musik-Star Al Bano und Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus zwei Stars als IJF-Botschafter die Werbetrommel für Judo.
Die „rote Karte“ kennt „Loddar“ natürlich vom Fußball. Sie gibt es auch im Judo für das dritte Shido als Zeichen der Disqualifikation (Hansokumake). Dass der mittlerweile 65-jährige Fußball-Star zum Judo kam, hat mit den Ideen, Initiativen und Kontakten von IJF-Präsident Marius Vizer zu tun. „Als mich Marius kontaktierte und fragte, ob ich IJF-Botschafter werden will, konnte ich natürlich nicht Nein sagen“, meint 150-fache deutsche Nationalspieler. Der andere Botschafter ist schon seit Beginn dieser Veranstaltung im Rahmen der Judo-WM dabei – Al Bano sang auch heuer bei der pompösen, 45 Minuten dauernden Eröffnungsfeier in der National Gymnastics Arena, und natürlich auch bei der Gala. Mit „Felicita“ als abschließendem großen Höhepunkt. „Marius ist seit vielen Jahren mein Freund, mir gefällt auch Judo sehr“, sagt der mit 83 Jahren noch sehr agile Musiker.
Eine deutsche Judo-Legende wurde bei der Gala zum „IJF Honorary Member“ ernannt. Klaus Glahn, 84-einhalb Jahre jung (auf den „einhalb“-Zusatz besteht er), Olympia-Zweiter 1972 in München, dreimal Vize-Welt- und vierfacher Europameister, fühlt sich nocch bestens. „Außer mein Knie, das schmerzt. Aber sonst bin ich topfit“, sagt der Jubilar. Und: „Beim Judo brauchst du ein paar Minuten für den Sieg. Um so eine Ehrung zu erhalten, aber mehr als 60 Jahre.“ Erster Gratulant war „Loddar“, der gegen den eher hünenhaften Glahn fast wie ein Zwerg aussah. Da lachte der Judo-Star: „Nein, nein – der Lothar ist ein ganz Großer des deutschen Sports. Ich war immer ein Fan seiner fußballerischen Fähigkeiten und Spielweise.“
Eine andere Deutsche nützte die Gala, um den österreichischen Judoka etwas mitzuteilen – Miryam Roper, mit dem deutschen Team WM-Zweite und WM-Dritte. In der gleichen Kategorie (bis 57 Kilo), in der ihre Landsfrau und jetzige ÖJV-Cheftrainerin Yvonne Snir-Bönisch 2004 als immer noch einzige weibliche deutsche Judoka Olympiasiegerin wurde, und in der Sabrina Filzmoser eine ihrer Konkurrentinnen war. „Ich mag Sabsi – solange wir nicht in die Newaza gehen müssen. Da war sie unschlagbar. Aber ich hatte immer einen guten Draht zu euren Judoka und ich grüße gerne alle, die mich kennen.“ Die „IJF Judo Gala“ – auch ein Treffpunkt zum Netzwerken und zum Leute grüßen …
Foto oben: Klaus GLAHN mit Lothar MATTHÄUS bei der IJF-Judo Gala un Baku - Kleines Foto: IJF-Botschafter Al Bano - der italienische Sänger trat bei der Eröffnungsfeier und bei der Gala auf - @joe (2).

